bazon-brock-zum-tod

 

Kommando Himmelfahrt ist eine von dem Hamburger Komponisten Jan Dvorak und dem Berliner Regisseur Thomas Fiedler initiierte Gruppe, die sich mit komplexen Begriffen wie Tod, Religion und Raumfahrt beschäftigt. Formal arbeiten sie an neuen Gattungen zwischen Musiktheater, Performance und Konzert, zu denen sie Texte und Musik entwickeln. Aus den ver schie denen Projekten, an denen Kommando Himmel fahrt arbeitet und auch aus weiter zurückliegenden gemein samen Produktionen hat sich eine spezifische, kontinu ier liche Arbeitsweise entwickelt.

2008 entstanden bereits die Performances „Rettung im Weltall“ und „Flussschiffers Nachtlied“. Im Januar 2009 wird auf Kampnagel im Rahmen des Festivals „klub katarakt“ das Musiktheater „Der Mob“ mit Giacinto Scelsis „Canti del Capricorno“ aufgeführt, in dem die unbekannten, irrationalen und intuitiven Zwischenräume in unserer Gesellschaft untersucht werden. Für den Sommer 2009 schreiben sie an einer radiophonen Theatershow mit dem Titel „Radio Paradies“ am Berliner Hebbel-Theater. 

 

 

Der Mensch ist sterblich. Angesichts der Realität des Todes besitzt er nichts, nicht einmal sein Leben. Alles ist ihm gegeben und kann ihm jederzeit wieder genommen werden. Ein solches Dasein ist unfrei, entwürdigend und sinnlos. Ziel eines sterblichen Wesens muss deshalb sein, den Tod zu überwinden und unsterblich zu werden.

Leben auf den Gräbern vergangener Generationen ist verwerflich, die Behauptung eines Fortschritts angesichts der Opfer der Geschichte zynisch und absurd. Der Mensch hat deshalb die moralische Pflicht, Leben zu schaffen und es denen zurückzugeben, von denen er es empfangen hat, dass heißt, er hat die „Pflicht zur Auferweckung“. Diese Pflicht erstreckt sich ausnahmslos auf die gesamte Menschheit.

Ursache der Sterblichkeit ist die Abhängigkeit vom vernunftlosen, chaotischen Zustand unserer Natur. Ihn gilt es durch bewusste, zielgerichtete Arbeit zu überwinden, um das Natur-Gegebene und darum Hinfällige in Vernunft-Geschaffenes, Künstliches, und damit Unvergängliches zu verwandeln. Indem der Mensch sich selbst und die äußere Natur vollständig reguliert und in ein Werk der Kunst verwandelt, beseitigt er jegliche Trennung, Zerstörung und Vergänglichkeit und damit jede Begrenzung in Raum und Zeit.